Studium

Einen verlässlichen Weg des Naturphilosophie-Studiums für jedermann ? So etwas gibt es ganz sicher nicht. Jeder geht seinen Weg und findet auch die Anregungen und Inspirationen, die seinem Naturell und der Lebenssituation entsprechen.

Gibt es so etwas wie eine verlässliche ‚Traditionslinie‘ ? Das schon. Hier gehen die Meinungen natürlich auseinander. Von einem Standpunkt metaphysisch gegründeter Naturphilosophie, die ich hier der Einfachheit halber, man kann darüber streiten, Kosmologische Philosophie genannt habe, kommt man an bestimmten Persönlichkeiten dann nicht vorbei, die in einer Art Regenbogen ein zusammenklingendes Gesamtmuster (oder Gesamtwerk) des Erkenntnisweges der Menschheit erkennen lassen.

Dass ein Studium ohne eigenständiges Nachdenken nicht zu Verständnis führt, ist schon bei ‚Sachstudien‘ einsichtig – umso mehr ist hier, wo es um das Verständnis des Zusammenspiels von Kosmos, Mensch und Erde geht, um ein tiefes Selbstverständnis, um ein tieferes Hineinwachsen in die Weisheit des Lebensprozesses und ein mehr und mehr schöpferisches Mitsein im Rahmen des Notwendigen, das selbständige Fragen, Denken, Antwortsuchen und -finden sowie das Aufbauen von Vertrauen in das eigene Vorangehen, die eigene Intention und die authentische Intuition von Bedeutung.

Es geht dabei nicht um die vordergründige Dekonstruktion von ‚äußeren Autoritäten‘ oder deren Hintanstellung, sondern vielmehr (oder viel mehr) um das Aktivieren der ‚inneren Autorität‘, wenn man so will um die Anwendung von naturphilosophsichen Grundgedanken auf das naturphilosophische Subjekt: jede Einzelseele ist (auch) die Weltseele; und vielleicht muss man im Letzten, in der höchsten dem Menschen möglichen Erkenntnis, die Einschränkung ‚auch‘ streichen. – Der Prozess allmählicher (oder schubweiser) Anamnesis, der SELBST-ERINNERUNG, kann ohne die eingebettete Stärkung der eigenen Wissens- und Weisheitszugänge nicht gelingen.

Auch eine meditative Anverwandlung und ein geistig-seelisches Weitertragen von Gedanken der ‚Ewigen Philosophie‘ und der irdisch-menschlich-kosmischen Konkretheit ist dabei als ein Mittel lebendigen Verständnisses unverzichtbar.