Wissenschaft und Kritik

Außer Frage steht, dass die neuzeitlichen Wissenschaften der Motor der industriellen und postindustriellen Entwicklung waren und sind.

Wenn man die Ergebnisse dieser Entwicklung betrachtet, kommt man nicht umhin nüchtern festzustellen, dass bei allen Erfolgen die negativen Auswirkungen ungeheuerlich sind; es ist eigentlich klar, dass die „friedliche Nutzung der Atomenergie“, Gentechnik, die Energiebasis mit Kohle, Gas und Erdöl u.v.a. mehr nur als Fehlentwicklungen ( oder -entscheidungen) gewertet werden können, wenn einem das Schicksal des Planeten selbst und der auf ihm beheimateteten Spezies am Herzen liegt – und nicht technische Machbarkeit oder das allgemeine Spiel mit dem (politischen, nuklearen oder biotechnologischen) Feuer.

Entwicklungsbegleitend gab und gibt es immer Stimmen, die nicht nur die Fehlentwicklungen kritisiert haben, sondern auch auf deren (letztlich durchaus ideologische) Grundlage hingewiesen haben: die von einem lebendigen Naturverständnis losgelöste, seit der Renaissance einsetzende moderne Naturwissenschaft, die entweder einer völlig materialistisch ausgerichteten Matrix ihr Dasein verdankt oder der Abweisung von metaphysischer Grundierung von Erkenntnis und Wissen die (Un)Ehre gibt.

Wenn man sich, auch als Laie, ernsthaft mit dem Zustand der Welt auseinandersetzt, dann wird man auf diese Stimmen früher oder später treffen. Dabei ist das kritische Moment vielleicht für einen Augenblick stark im Vordergrund. Letztlich geht es aber um eine große Korrektur des kollektiven Bewusstseins, eine Art völliger Umkehr, die den Status Quo, die defacto unumschränkte Herrschaft des naturwissenschaftlichen Weltbildes (wie heterogen es im Einzelnen dann auch sein mag) ersetzt durch eine lebendige, metaphysisch begründete Anschauung der Natur und der daraus folgenden auch ethisch sattelfesten Neubegründung von Naturwissenschaft und (Natur-)Technik.