Archiv der Kategorie: Jochen Kirchhoff

Der kosmische Mensch – Adam Kadmon

Erinnerungen an verschiedene Annäherungen zum Thema Kosmischer Anthropos

Jüdische Tradition (und Querverweise)

https://anthrowiki.at/Adam_Kadmon

Ein Artikel über die traditionellen Vorstellungen (oder Pendants) bzw. Wissensbewahrungen zur Gedankenfigur (und Realität) des Kosmischen Anthropos (Begriff von Jochen Kirchhoff)

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C.G. Jung

https://symbolonline.de/index.php?title=Anthropos

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Graf Dürckheim

https://www.duerckheim-ruette.de/inhalt.php?WEBYEP_DI=44

Das Philosophenmosaik von Torre Annunziata

Peter Sloterdijk geht im 2. Band seiner Sphärologie von obigem Mosaik aus und bemüht sich auf den ersten Seiten seiner Schrift um eine Art Auftaktdeutung für sein Anliegen. Dabei deutet er die Szene so: die Kugel  (des Seins) als philosophischer Bezugspunkt vernunftgemäßen Philosophierens überhaupt, das Zusammensein 7 bekannter antiker Philosophen wie z. B. Thales von Milet beim gemeinsamen Erkennen einer Grundgegebenheit.

Im Sinne der Informationen von Helmut Friedrich Krause könnte man obige Szene darüber hinaus noch ergänzend ganz anders deuten: 7 vollendete Individualitäten, die das Leben der Erde repräsentieren, beim gemeinsamen geistigen Wirken für eben jenen Planeten. In diesem Falle würde die Szene in vollem Sinne eine symbolische sein. Man kann dann die Zuordnung der Abgebildeten zu den 7 ‚Gesetzesfürsten‘ versuchen – in jedem Fall muss man der differenzierten Intuition des Künstlers des ursprünglichen Werkes (wahrscheinlich ja ein Gemälde, das als Vorlage für das Mosaik diente) hohen Beifall zollen.

Eine sehr schöne Auseinandersetzung mit den Gedanken Sloterdijks hat Jochen Kirchhoff geleistet.

Das Wesen des Raumes

Jochen Kirchhoff betont zwar im Video eher ein Philosoph der ‚Zeit‘ zu sein, also mehr dem Wesen der Zeit auf der Spur gewesen zu sein – man kann sich beim Betrachten des Videos allerdings nicht des Eindruckes erwehren, dass er auch zum ‚Raum‘ Einzigartiges zu sagen hat bei überzeugender Kenntnis der historischen Raumvorstellungen.

Für mich ein naturphilosophisches ‚Schlüsselvideo‘, das eigenes Nachdenken fördert und fordert.

Zur Beliebigkeitsbehauptung

Ich habe nach längerer Überlegung vor allem wegen der Länge darauf verzichtet, den nachfolgenden Text als Kommentar zum Kommentar zu posten; da das Thema wichtig und grundlegend ist, stelle ich ihn hier auf den Blog. Kann man als Grundlage vielleicht später verwenden.

Zitat eines Kommentars aus dem youtube-Kanal von Jochen Kirchhoff zum „Gravitationsvideo“ :

„Man kann für alles Existierende, eine alternative Theorie finden. Und wenn dann auch philosophisch erklärt wird, kann eine Realität unglaublich rüberkommen.“

Mein Text:

Da haben Sie natürlich Recht, und auch die von Ihnen angedeutete Möglichkeit manipulierender „Verpackung“ von Theorien und Ideen ist grundsätzlich immer gegeben. Im Video wird meiner Meinung nach ein hohes Maß an intellektueller Redlichkeit aufgeboten und Hr. Kirchhoff betont ja, dass es ihm darum geht, eine legitime und in sich schlüssige Denkmöglichkeit anzubieten, die – zugegeben – einige Konsequenzen in der physikalischen Theoriebildung allgemein nach sich zieht. Ich bin der Meinung, dass man sich ein wenig davor schützen kann, Hirngespinsten aufzusitzen. Vielleicht sind folgende persönliche Überlegungen hilfreich für eigene Überlegungen zum Thema. 100%ige Sicherheit ist in diesen Dingen natürlich (prinzipiell) unmöglich. Aber grundsätzlich hat man ja (dennoch) selbst die Verantwortung, für das, was man glaubt bzw. für wahr hält, was man von anderen annimmt oder zumindest nicht rundweg ablehnt. Uns stehen miteinander verwobene Wege der persönlichen „Kontrolle“ zur Verfügung, die wir eigentlich mehr oder weniger ständig nutzen, um uns im Leben zu orientieren:

1. Wie überzeugend etwas auch überbracht werden mag, ich kann mich immer fragen: Entspricht die Botschaft/Theorie unseren/meinen tiefsten Annahmen von der Wirklichkeit, vom Leben, oder eher nicht ? Dazu muss man natürlich das eigene Denken gut kennen und in der Lage sein, es – in gewisser Weise beständig – auf den Prüfstand zu stellen. Das jeweilige, das dann Bestand hat, darf man getrost als die eigenen Überzeugungen (oder Annahmen) identifizieren und als „erste Kontrollinstanz“ einsetzen. Das machen wir im Prinzip auch ständig im Alltag, jenseits philosophischer oder naturwissenschaftlicher Diskussionen. Das hat natürlich auch eine tief emotional-seelische Komponente. Niemand löst sich so mirnichtsdirnichts von Überzeugungen. Das sind meist – im Fall des Falles – tiefgreifende Prozesse. Weil Überzeugungen lange (respektive langsam) gewachsene Strukturen sind, die uns ja „tragen“. Wir benötigen also auch Zeit, um „neue Theorien“ anzunehmen – wenn wir denn grundsätzlich Bereitschaft dazu in uns spüren, möglicherweise zunächst mit Widerständen verschiedener Art.

2. Wie konstistent und widerspruchsfrei kommt die Botschaft/Theorie daher ? Dazu muss ich natürlich die Struktur des Behaupteten kennen und logische Grundgesetze anwenden. Auch ein Mindestmaß an philosophischem Denken über Wirklichkeit überhaupt ist hier unumgänglich. Gesunder Menschenverstand ist zur Ergänzung auch wichtig. (Plausibilität und Anschaulichkeit des Behaupteten). Auch die Forderung nach einer grundsätzlichen „Einfachheit“ von Theorien kommt hier ins Spiel, die auch einige bekannte Physiker immer wieder gefordert haben. Man könnte Theorien auch in Sachen Schönheit und Eleganz gedanklicher Art, nicht primär mathematischer, auf den Prüfstand stellen.

3. Jetzt könnte man die vorhandenen Messdaten bzw. allgemein akzeptierten FAKTEN ins Spiel bringen und sie in Beziehung setzen zur Theorie und sich die Frage stellen: Geht das Puzzle hinreichend „bildgebend“ auf; entspricht das Datenpuzzle dem „Vor-Bild“ der Theorie; lässt es sich mit dem Therie(vor)bild in Einklang bringen ? Das ist als nicht-eingearbeiteter Laie natürlich die schwierigste Hürde. Da braucht man dann gelegentlich schon Vertrauen in andere, die „sich auskennen“; ebenfalls eine typische alltägliche Verhaltensweise – mit ihren natürlichen Grenzen. Manches MUSS man einfach selbst überprüfen oder überprüfen lassen.

4. Sind die Personen, die die Theorie aufstellen oder transportieren, aus meiner jeweiligen Sicht intellektuell und menschlich redlich – soweit das mir möglich ist, einzuschätzen ? Das zielt dann auch auf etwaige mitbestimmende Interessenlagen der jeweiligen Personen. Und natürlich auf persönliche Resonanzen.

5. Wie denken für mich (in dieser Angelegenheit) maßgebliche Menschen über die Sache ? Bei aller Vorsicht in dieser Hinsicht – das ist auch ein alltägliches, gewöhnliches Verfahren (mit möglichen Fallstricken).

6. Nehmen wir an, ich akzeptiere eine neue Theorie, wenigstens grundsätzlich, und halte sie für eine legitime Möglichkeit der Erklärung von Sachverhalten (beobachtbaren Phänomenen). Welche Auswirkungen hat das auf mich als Person, welche Auswirkungen hätte diese Theorie im Falle ihrer Akzeptanz im gesellschaftlichen Raum ? Sind diese Auswirkungen wünschenswert im Lichte „höherer Maßstäbe“? Gibt es Hindernisse für die Diskussion der Theorie in der breiten Öffentlichkeit – wenn ja, warum bzw. wer hat an der möglichen Behinderung ein Interesse ?

7. Jeder Mensch hat auch einen gewissen Zugang zu intuitiver Erkenntnis. Man kann auch etwas intuitiv als wahr (an)erkennen oder ablehnen – also ohne den Apparat rationaler Begründungen, den man dann immer noch zur Anwendung bringen kann. Viele Erkenntnisse haltbarer Natur verdanken diesem Erkenntniszugang ihre Entstehung. Das kann man natürlich am wenigsten steuern – entweder die Intuition „tritt ein“ spontan (durch vorhergegangene eigene Anstrengung möglicherweise „provoziert“), oder eben nicht.

Wenn nicht: siehe Punkte 1. bis 6.

und Ihre eigenen, ganz persönlichen Maßstäbe und Erfahrungswerte kommen ja noch dazu.

Ich bin der Auffassung, wir Menschen sollten und können davon ausgehen, dass es uns letztlich gelingt oder gelingen kann – bei entsprechender Anstrengung und mit Hilfe anderer bzw. in der „forschenden Gemeinschaft“ – bewusst oder unbewusst manipulierendes Blendwerk bzw. überlebte, falsche Vorstellungen zu durchschauen und dann auch zu beseitigen, wenn es hinderlich ist. Wir sollten das uns grundsätzlich zutrauen, auch als „Laien“. Was mich noch auf einen Punkt bringt, der auch im Video anklingt – Theoriebildung ist ein Ausdruck von (grundsätzlicher) Weltwahrnehmung und baut auf dieser unvermeidlich auf. Sie erzählt also auch mehr über den Theoriebildner, als der womöglich wahrhaben will. Das gilt für dieses Video, das gilt auch für diesen Text hier, soweit er Theoriekontrolltheorie ist. Die Arbeit von Hr. Kirchhoff ist mit Verlaub ein Beispiel für grundehrliches, tief durchdachtes und nicht-manipulatives Gedankenwerk, das den Kontakt zu den Phänomenen nicht einbüßt. Prämissen von Gedankengängen werden meist mit- oder nachgeliefert. Es handelt sich bei den von ihm vorgetragenen Gedanken zur Gravitation (wie bei seinen anderen Überlegungen auch) im Übrigen auch nicht um die „nächste alternative Theorie“, die um selbstverliebte Aufmerksamkeit heischt. Diese Gedanken reichen mindestens bis zu Giordano Brunos Überlegungen zur Unendlichkeit des Universums und der Beschaffenheit von Himmelskörpern zurück und stehen auf fachkundigen Füßen (Wissenschaftsgeschichte, Theoriekenntnis, Pradigmenanalyse) – man lese seine Bücher. Man muss die Aussagen – auch in ihrer Radikalität – natürlich nicht teilen. Mich überzeugt im Ganzen besonders die übergeordnete Zielrichtung. Die Begründung der Gravitation aus der angenommenen Raumenergieverstrahlung/Radialfeldstrahlung ist für mich gedanklich nachvollziehbar und eine überaus überprüfenswerte Theorie. Dass mit Hr. Kirchhoff hier ein Philosoph spricht, kommt bei Grundlagenarbeit wie dieser der Sache zugute und weist auch auf die Dimension der Fragestellung hin: Es geht um mehr als um einen Aspekt möglichst konsistenter Physiktheoriebildung, der natürlich wichtig und hoch interessant ist. Es geht letztlich auch und besonders um unser grundsätzliches Weltverhältnis – und das, was daraus folgt.

Geruch und Erinnerung – Vortrag von Jochen Kirchhoff am 1.6.2017 um 18 Uhr

Ankündigungstext von Kunstplanbau.de

Geruch und Erinnerung. Eine philosophisch-meditative Betrachtung                                     LECTURES mit dem Philosophen Jochen Kirchhoff.

Bestimmte Geruchsreize können mühelos Jahrzehnte durchschlagen und Fernliegendes in bestürzende Nähe rücken. Daraus ist zu folgern, dass die Sinnesempfindung des Riechens auch mit dem Erinnerungssinn des Menschen verknüpft ist. Erinnerung wiederum, das wissen wir seit Platon, hat mit Erkenntnis zu tun. So führt uns der Geruchssinn in eine Art Gedankenmeditation über das Rätsel von Zeit und Erinnerung.

Jochen Kirchhoff ist Philosoph und Bewusstseinsforscher. Er verfasste Monografien zu Giordano Bruno, Kopernikus, Schelling und Nietzsche. Mit seinem reichen Schaffen zum Verhältnis des Menschen zur Natur und zum Kosmos ist er einer der intensivsten Denker im deutschen Sprachraum. Für Kirchhoff ist das Universum in Gänze lebendig. Er hebt seine Erkenntnis vom nicht-stofflichen Leben im stofflichen weit heraus aus der Welt vager und rein subjektiver Traumgespinste und vereint die unterschiedlichsten Lebenserfahrungen zu einer neuen Wahrnehmungskunst der »Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit«. Dass deren Erkenntnis alles andere als esoterischer Luxus ist, vielmehr Bedingung für das Fortexistieren des Lebewesens Erde und der Spezies Mensch, durchzieht jede Zeile seiner Schriften und verleiht seinen Büchern Weitsicht und einen Ernst, der unserer an Oberflächlichkeit reichen Zeit wohltut. Im Drachen Verlag ist sein naturphilosophisches Hauptwerk erschienen: »Was die Erde will«, »Räume, Dimensionen, Weltmodelle«, »Die Anderswelt«, »Die Erlösung der Natur«, »Das kosmische Band«. Von 1990 bis 2002 lehrte er an der Humboldt-Universität zu Berlin und von 1992 bis 2005 an der Berliner Lessing-Hochschule.

Theologische Fakultät der HU, Burgstraße 26, 10178 Berlin, Raum 117

01. 06. 2017     von   18:00 – 19:30 Uhr

Jochen Kirchhoff Podcast 1: Der Mensch – Seitenzweig oder Sinnmitte der Evolution?

Der Mensch – Seitenzweig oder Sinnmitte der Evolution?

Ist der Mensch nur das Zufallsprodukt einer Evolution in einem sinnleeren Universum oder das gewollte Ziel einer kosmischen Bewusstseinsentwicklung? Zum Problem des Anthropozentrismus.

3. Vorlesung aus der Vorlesungsreihe „Das lebende Buch der Natur. Teil I: Tiefenökologie und Neue Naturphilosophie“
Dozent: Jochen Kirchhoff
Humboldt-Universität zu Berlin
Sozialökologie als Studium Generale
Vorlesungsreihe im Sommersemester 1999