5 Giordano Bruno

Giordano Bruno

bruno-giordano

An den eignen Geist
Wurzelnd ruhet der Berg, tief mit der Erde verwachsen,
Aber sein Scheitel ragt zu den Gestirnen empor.
Du bist beiden verwandt, mein Geist, dem Zeus wie dem Hades,
Und doch von beiden getrennt. Mahnend ertönt dir der Ruf:
Wahre dein Recht auf des Weltalls Höhn! Nicht haftend am Niedern
Sinke vom Staube beschwert dumpf in des Acheron Flut!
Nein, vielmehr zum Himmel empor! Dort suche die Heimat!
Denn wenn ein Gott dich berührt, wirst du flammender Glut.

(Giordano von Nola, aus „Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen“)

Giordano Bruno (Wikipedia-Artikel)

Giordano Bruno Denkmal in Berlin

Lyceum in Turin

Seite von Frau Lohmann zu Bruno

Es ist auch vom heutigen Standpunkt aus gesehen immer wieder erstaunlich und faszinierend, mit welcher Durchdringungskraft und Originalität Giordano seine Gedanken vorgetragen hat. Die Fähigkeit, ein lebendiges, unendliches Universum vorzustellen (und natürlich zu erleben), hat große Strahlkraft – wenn auch vergleichsweise wenige Menschen wirklich und in aller Konsequenz auf diese „Strahlung“ reagier(t)en; sein Gedanke, dass die Weltseele in allen ihren Teilen letzlich ganz vorhanden ist, berührt das intuitive Wissen um diese Sachverhalte und vertieft das eigene Forschen, Meditieren, Erleben; genauso die Annahmen Brunos über das „Gewicht“ der Himmelskörper. Und und und…..

Wir verneigen uns vor diesem großartigen Menschen und seinen geistig-moralischen Leistungen. Mögen wir in „seiner Tradition“ bestehen.

Eine besondere Würdigung und Einordnung in den geistesgeschichtlichen Kontext hat Bruno in Jochen Kirchhoffs Monographie erfahren, die auch die große und zu seiner Zeit singuläre Leistung herausstellt: die Anerkennung des Kosmos als alllebendige Einheit des schöperischen Allgeistes in der Auseinandersetzung mit dem (für die Schöpfung notwendigen) Gegenpol.

 

Einige Schriften sind digital verfügbar:

Vom Unendlichen, dem All und den Welten

Die Vertreibung der triumphierenden Bestie

Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen

Das Unermessliche und das Unzählbare