Archiv für den Monat: Oktober 2016

Königsfrage Gravitation

Man muss die Frage nach der Gravitation als die Königsfrage der Physik bezeichnen, sofern / da sie, die Physik, sich in erster Linie mit den Kraftwirkungen und physikalischen Erscheinungen im Universum befasst.

Das, was wir als Gravitation bezeichnen (und erleben), ist so elementare, fundamentale und unabweisbare beständige Erfahrung und Bezugsgröße, dass es in gewisser Weise auch bestürzend ist, zugeben zu müssen, dass wir bisher nicht genau sagen können, „um, was es sich handelt“ und woher die Gravitation wirklich rührt.

Brunos „Der Stern trägt sich selbst und hat kein Gewicht (gegen irgendwas oder irgendwohin)“, da sich alle Gravitationswirkungen zum Mttelpunkt hin im allgemeinen Gegenüber praktisch aufheben , Krauses konsequentes Durchziehen der Gravitationswirkungsvektoren zum Mittelpunkt des Planeten und die Postulierung einer dortigen Umwandlungszone, die die gebundene „Göttliche Energie“ wieder freigibt und radial verstrahlt, Kirchhoffs Insistieren auf der Verbindung von physischer und metaphysischer Gravitation(swirkung); dies im Verbund macht nur allzu deutlich: die Lösung dieses Rätsels käme einem Universaldurchbruch gleich und wird (!) eine Welle auslösen: eine Art Sinn-Flut der naturwissenschaftlichen Wahrheiten.

Die Masse von Körpern oder Gegenständen entpuppt sich als vollumfänglich gravitations(kraft)abhängig, eine feste Masse oder Ruhemasse als Quasi-Grundeigenschaft des Materiellen wird obsolet, gleichwohl die „relative Masse“ (oder besser „gravitatitv bestimmte Masse“) natürlich „existiert“.

 

Unendliches Forschen

Intuitiv bin ich davon überzeugt, dass es prinzipiell unmöglich ist, alles, was z.B. auf einem Planeten wie der Erde vorgeht, wirklich und vollkommen zu verstehen. Bis in eine gewisse, „ausreichende“ (also hinreichende) Tiefe kann man ganz sicher vordringen. Muss man vordringen. Und ist schon vorgedrungen worden. Siehe Krause, siehe Bruno, siehe Kirchhoff, siehe Schelling, siehe Gautama….

Das im Boulevard unausgesprochene oder sogar lauthals verkündete Programm vom Entschlüsseln der letzten Geheimnisse der Schöpfung ist eine Unding der naiv-gefährlichen Art – wir sollten akzeptieren, dass (menschliche) Erkenntnis – selbst wenn sie in Einweihungsprozessen hochpotenziert wird und rationales Erfassen weit übersteigt – im Grunde der Tiefe, Grandiosität und Ewig-Unendlichkeit der Schöpfung immer nur in – durchaus weiten – Grenzen entsprechen kann. Und das ist kein Makel.

Die letzten Geheimnisse der Schöpfung sind uns immer voraus. Es sind die unendlich letzten Geheimnisse, ein unendliches Mysterium, dass alles Erfassen übersteigt – und dennoch in gewisser Weise fasslich wird und bleibt, denn sonst könnte in ihm nicht verantwortlich gelebt und gesteuert werden.

Diese prinzipielle Grundbegrenzung, die gar kein Grenze im absoluten Sinne darstellt (und doch !), der ich als Bild nur die unscharfe Grenze der Kernverstrahlungszone im Sinne von Helmut Friedrich Krause und Jochen Kirchhoff an die Seite stellen könnte oder den sich vor uns her verschiebenden Horizont, wenn wir auf ihn zulaufen, ist aber keine Schranke des Voranschreitens: selbverständlich können wir uns (weiter)entwickeln. Selbverständlich sollten wir den Strom des Lebens in uns wirken und das Mysterium der Schöpfung gelten lassen – denn nur in diesem Geltenlassen bleiben wir in unserer Würde als Teile des Ganzen, die das Ganze sind, endliche Unendlichkeit ohne Wenn und Aber.

Etwas und jemand (!) ruft uns permanent zu: Forscht. Hört auf. Euch selbst. Auf alles was ist. Es Ist immer eine Antwort voraus. Eine Frage. Forscht – nicht zu forsch, zärtlich, mit Voll- Macht, mutig in Demut: zelebriert die FRÖHLICHE WISSENSCHAFT. Kämpft. Feiert. SEID.

Derzeitigen Fazite (2016)

Im folgenden fasse ich vor allem für mich selbst als etwas verspäteten „Jahresabschluss 5776“ zusammen, wie sich die „Lage“ darstellt.

Zu dieser Einschätzung haben sowohl verschiedene Autoren als auch eigenes Nachdenken und Erleben beigetragen; sie ist sozusagen über einige Jahre/Jahrzehnte gewachsen. Ich betrachte sie in gewisser Weise auch als eine Wiederholung von allgemein Bekanntem in Verdichtung oder Zusammenführung. Ich halte sie dennoch für wichtig, weil sie die Dramatik (oder völlige Verfahrenheit) der Lage widerspiegelt und so Anlass gibt, sich mit Grundfragen immer wieder zu beschäftigen.

Es bleibt zu konstatieren, wenn hier auch stark verallgemeinert und im Einzelnen natürlich mit Gegenbeispielen konterkarierbar:

  • Die Physik hat sich vollständig verlaufen im immer Kleineren und in völlig unhaltbaren Theorien vom Ursprung des Weltalls, in Scheinerklärungen für Gravitation, Licht etc. – es existieren natürlich relativ stabile Kenntnisse über Teilbereiche und ihre Anwendung. Der „Siegeszug“ der Technik lenkt davon ab, dass grundsätzliche Fragen nicht beantwortet sind. Eine große, zusammenhängende Linie fehlt; eine Sinnfrage wird praktisch ausgeklammert und unter „objektiver Naturwissenschaft“ als von ihr nicht beantwortbar zur Seite gelegt oder abgelehnt.
  • Die Astrophysik gaukelt Kenntnisse vor und versteigt sich zu immer weiter wegführenden Theorien (Dunkle Materie, Dunkle Energie)
  • Die Psychologie und die Sozialwissenschaften verstehen nicht, wer der Mensch eigentlich ist und können kein konsistentes Menschenbild aufbauen.
  • Die Biologie hat sich in die Darwinsche Evolutionstheorie (und verschiedene Ableger) verfranst und kann Leben nicht erklären. Das breite Vorgehen im genmanipulierenden Bereich besiegelt ihr Schicksal als Beihelferin gefährlicher destruktiver Entwicklungen.
  • Die Ökologie denkt zwar in Zusammenhängen, löst aber die verabsolutierte Subjekt-Objekt-Betrachtung nicht überzeugend auf. Eine metaphysische Fundierung liegt völlig außer Reichweite.
  • Die Medizinischen Wissenschaften sind ständigem Mißbrauch und einseitig ökonomischen Interessen ausgesetzt – bei allem Fortschritt, den es ja gibt.
  • Die Philosophie hat ständig das Problem zur Randwissenschaft zu mutieren oder muss sich als Legitimationswissenschaft anbiedern. Als Orientierung gebende Leitwissenschaft ist sie in der jetzigen Mainstreamform mit all ihren Verästelungen völlig ungeeignet.
  • Die Kognitionswissenschaften verirren sich in der scheinbar fachübergreifenden Betrachtung des Bewusstseins und bleiben in letztlich materialistischen Grundüberzeugungen verhaftet.
  • Die Künste wissen nichts mehr oder wenig von ihrer Urfunktion, mit dem Metaphysischen zu kommunizieren und an es heranzuführen, es auch zu kultivieren. Die derzeitige „Durchmarktung“ der Kunstwelt spricht für sich.
  • Die sogenannten Wirtschaftswissenschaften versagen praktisch ständig und sind reine Legitimationswissenschaft für haarsträubendste „Wirtschaftspolitik“ geworden.
  • Kultur- und Politikwissenschaften gründen kaum im Wissen um tiefere Zusammenhänge der menschheitlichen Dynamiken und Rhythmen, Ausnahmen bestätigen die Regel.etc.
  • Wie gesagt: es gibt in allen Bereichen Ausnahmen, siehe Unzicker (Physik), Zillmer (Geologie), Ganser (Politikwissenschaften/Friedensforschung) und andere.

1. Ohne natur- und kosmosverbundene Metaphysik kommen wir in keinem Bereich wirklich weiter.

Der Versuch, ohne eine metaphysische Grundierung konsistente Erkenntnisgebäude zu errichten, ist (immer) zum Scheitern verurteilt, weil die Wirklichkeit („der unsichtbare Weltengrund“) nunmal die Basis alles Erkennens ist und bleiben muss. Letztlich scheiden sich an dieser Setzung ( die man eben für wahr, falsch oder nicht annehmbar, weil nicht entscheidbar oder vertretbar halten kann) immer die Geister.

Wenn das wahr ist, dann kann sich eine nicht-metaphysisch orientierte wissenschaftliche Intelligenz eigentlich nur darauf beschränken, falsche oder zumindest unvollständige Theorien, die sie natürlich ständig aufstellt, zu widerlegen. Zu mehr ist sie per se nicht in der Lage.

2. Natur- und kosmosverbundene Metaphysik stellt sich jenseits von traditionellen religiösen oder spirituellen Traditionen den Grundfragen des Daseins und beantwortet sie so nachvollziehbar wie möglich. Von der Beantwortung der Grundfragen ausgehend macht Wissenschaft dann wieder Sinn und hat eine gewisse Grundorientierung.

Überhaupt ist die Sinnfrage – auch in der Physik bspw. – nicht umgehbar: es bleibt zu konstatieren, dass nur im Verbund von Sinnfindung (im kosmischen Ganzen und seinen Prozessen) und Naturforschung ohne Subjektblindheit haltbare, tragfähige Erkenntnis überhaupt zustande kommt. Daher auch die Nähe von „Buddhaschaft“ und Tiefenerkenntnis (offensichtlich auch im naturwissenschaftlichen Bereich), wie sie z.B. Jochen Kirchhoff herausgestellt hat.

 

 

Jakob Böhme Tagung 2014

Man kann sicher einiges moderner formulieren, auch komplexer und differenzierter – eines bleibt unbestritten: es gibt einen Weg der höheren Entwicklung des Menschen, der ein Weg des Kampfes in sich selbst und mit sich selbst ist und der zu einem Ziel führt: durch Wesensvergessenheit und -wiedererinnerung zu Wesensrealisation.

Interessant die geschichtliche Deutung Gleides, die ja letztlich auf „das Reich Gottes“ oder „das Goldene Zeitalter“ oder „den Friedlichen Lebensabend“ hinausläuft.

Die christlichen Konnotionen und Interpretationen, die Böhme (und hier Gleide) benutzen, sind eigentlich gar nicht nötig. Vielleicht hat sie Böhme auch benutzt, um sich selbst vor Verfolgung zu schützen.

Auch die Aussage zur Sackgasse der Wissenschaft ist im Prinzip stichhaltig: ohne eine „prinzipiell neue“  Qualität „im Wissenschaftler selbst“, zu der er sich hindurcharbeitet (wie weiland Krause oder Schelling), ist ein Verlassen der Zirkelschlüsse und heillosen Projektionen letzlich nicht zu leisten. Bei Gleide heißt es „Liebeslicht“, aber das ist im Prinzip nichts anderes als die Akzeptanz der Höheren Realität, des metaphysischen Ur- und Ungrundes der Welt.

Beitrag zum „Waldgang“

Parviz Amoghli äußert einige wichtige Gedanken zur Jüngerschen Figur des Waldgängers, entgeht allerding nicht einigen Sackgassen und Übertreibungen (z.B in Sachen Pegida); man spürt noch einmal, wie wichtig die richtige Intuition des wirklich und wahrhaftig Individuellen in Verbindung mit einem (un)bewusst erkannten Telos des Ganzen, einem (konkreten) kosmischen Ziel ist.