Archiv für den Monat: Juli 2016

Lest Schelling !

Nun halte ich also  „Die Weltalter“ von Schelling in den Händen, und schon die ersten Seiten sind eine große Freude, ein Genuß des Wahren und Klaren und wie ein letzter großer Versuch, die Entwicklung der destruktiv orientierten und für die Wirklichkeit blinden „Naturwissenschaft“ aufzuhalten: mit dem ausgebauten Argument der unmittelbaren Erfahrung des Seelischen und der geordneten Geistes-Wissenschaft.

Auch wenn es hier um ein Fragment geht: das spielt für die Größe des Inhaltes nur eine sehr nebensächliche Rolle.

Ich werde nun in Ruhe lesen; eines lässt sich jedoch schon sagen – die Gedanken Schellings zum „Aufbau“ des Menschen, zum Gang der Dinge allgemein und zur Meta-Physik erscheinen wie – naturgewaltige – Vorläufer des Denkens von Jochen Kirchhoff in einer Sprache, die ihresgleichen sucht (und kaum finden wird).

Wenn es jemanden gibt, der die Impulse Schellings aufgenommen und präszisiert hat und in eine noch direkter zugängliche Sprache gebracht hat, dann ist es Jochen Kirchhoff, ohne dass dessen Werk sich nun in einer Fortsetzung Schellings erschöpft.

Zitat Schelling:

„Dem Menschen muß ein Princip zugestanden werden, das außer und über der Welt ist; denn wie könnte er allein von allen Geschöpfen den langen Weg der Entwicklungen, von der Gegenwart an bis in die tiefe Nacht der Vergangenheit zurückverfolgen, er allein bis zum Anfang aller Zeiten aufsteigen, wenn in ihm nicht ein Princip vor dem Anfang der Zeiten wäre? Aus der Quelle der Dinge geschöpft und ihr gleich hat die menschliche Seele eine Mitwissenschaft der Schöpfung. In ihr liegt die höchste Klarheit aller Dinge und nicht sowohl wissend ist sie als selber die Wissenschaft.“

Das Unermeßliche und Unzählbare

Giordano Bruno schreibt zu Beginn des  1. Kapitel des 1. Buches seines Werkes „De Immenso et Innumerabilibus“ – in der Übersetzung von Erika Rojas:

 

„Es ist der Geist, der mich belebt

und der Brust die Empfindung einhaucht,

der an den Schultern Flügel wachsen läßt

und in edler Ordnung mein Herz

für das vorgezeichnete Ziel entflammt.

Nun können Schicksal und Tod verachtet werden.

Weit öffneten sich die geheimen Tore,

die wenige nur durchschreiten,

und zerbrochen sind die Ketten,

von denen wenige nur sich lösen.“

 

In seiner einmaligen Art und Weise beschreibt der Nolaner hier einen -vielleicht den – entscheidenden Wendepunkt im Leben des aufstrebenden Menschen.

 

 

 

Unzickers Blog

Die Themen und Diskussionen des Blogs sprechen Bände – hier bleibt kaum ein Stein auf dem anderen der Mainstream-Physik, wenn es auch nicht gelingt, überzeugende Lösungswege aufzuzeigen für Fragen nach der Wirklichkeit von Naturkonstanten, dem Sinn und der Herkunft des Zeitlichen, den Chancen von Aussenseiter-Theorien etc.

Es ist jedenfalls völlig klar, dass die „Physik“ in wesentlichen kosmologischen Fragen im Dunkeln tappt und ihren selbst gesetzten Irrlichtern wie ein Irrlicht folgt.

Ohne eine Meta-Ebene wird es nicht gehen. Davor scheuen dann eben auch die Mainstream-Abholden erstmal zurück. Noch.

Man möchte zurufen: Schlagt nach bei Schelling („Von der Weltseele“) – schafft erstmal ein naturphilosophisch einigermaßen sattelfestes Fundament, bevor ihr überhaupt an die Gleichungen geht.

Ohne eine grundlegende Revision des „natur-„wissenschaftlichen““ Betrachtens selbst gibt es keine wirklichkeitsgetreue Betrachtung. Und das ist natürlich primär eine ganz persönliche Sache. Die ganze Physik ist sowas von persönlich, dass es etwas Persönlicheres als die Physik, nämlich als Physik der Seele, gar nicht gibt.

So lange wir im Land der (halbrealen, wie Kirchhoff so schön sagt) Schatten nach der Sonne suchen…..finden wir nur heimatloses Irrlicht….

Also nochmal anders formuliert: Liebe Physiker, werdet endlich „persönlich“, „seelisch“ !