Archiv für den Monat: Juni 2016

Gerta Ital

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerta_Ital

In ihrem Buch „Auf dem Weg zu Satori. Übersinnliche Erfahrungen und das Erlebnis der Erleuchtung“ (1971, Otto Wilhelm Barth Verlag) unternimmt Gerta Ital den Versuch einer Einordnung und Positiv-Bewertung von „mystischen Erlebnissen“ aller Art, die ihr in ihrer Praxis widerfahren sind.

Sie ist wie Helmut Friedrich Krause 1904 geboren worden.

Auffällig sind Intuitionen wie der von ihr geäußerte Wunsch nach Zusammenführung der Möglichkeiten des menschlichen Geistes und z.B. Astronomie bzw. Astrophysik – wie ja bei Helmut Friedrich Krause geschehen, auch wenn bei ihr noch eine gewisse Grundgläubigkeit in Sachen äußerer „moderner Wissenschaft“ vorhanden ist.

Zitat aus obenstehendem Werk, S. 80

“ Die Versenkungstechnik des zazen, die, ohne Illusionen zu gestatten, zu der höchst möglichen Erleuchtung führen kann, wäre der rechte Weg, der einem Forscher zu völlig unerwarteten Offenbarungen verhelfen könnte.

Vom geistigen Standpunkt her gesehen ist es uninteressant, ob Raumschiffe auf dem Mond oder auf dem Mars landen werden. Das bringt keinen Menschen innerlich weiter.

Aber ein Forscher, dem es durch die Vereinigung von exaktem Wissen mit geistiger Erkenntnis gelingen sollte, -durch Meditation – mit den physikalisch nicht auszumachenden Welten in Kontakt zu kommen, könnte unseren in Trübheit und seelischer Finsternis verschmachtenden Stern zu der Heilung und Genesung von allem Übel führen, auf die seine Geschöpfe seit Adams Zeiten warten.“

Dies als ein weiteres Argument für die Glaubwürdigkeit der Darlegungen von Helmut Friedrich Krause: auch andere weit entwickelte oder realisierte Persönlichkeiten haben diesen Weg der geistigen Forschung gesehen und für gangbar gehalten. Gerta Ital hielt ihn sogar für einen Ausweg, den Ausweg.

Sie beschreibt auch „Kontakte“ mit nicht-physischen Wesenheiten.

Novalis, Assoziationen

Es ist manchmal eigenartig hinweisend, wie in Namen zumindest großes Assoziationspotential steckt: Novalis wächst in Oberwiederstedt auf und nennt den Protagonisten eines seiner bekannten literarischen Werke Ofterdingen nach der möglicherweise wirklich existiert habenden historischen Figur.

Oft verkörpert sich der Mensch und manchmal immer wieder an ähnlichen Stätten.

„Ich möchte eine ganze Büchersammlung, aus allen Kunst- und Wissenschaftsarten, als Werck meines Geistes, vor mir sehn.“  Novalis

So ähnlich ist auch dieser Blog gedacht, als Sammlung der Werke der besten Geister, die die Erde gesehen hat, sieht und noch sehen wird.

Um dies ein wenig und unvollständig (und auch an der einen oder anderen Stelle – noch – zu oberflächlich) leisten zu können, muß man den eigenen Geist dem der besten gleich zu machen trachten, täglich, nächtlich, denn der Geist der Besten ist nichts anderes als der luzideste Widerschein des Weltenschöpfers auf diesem „verschatteten“ Planeten. Mit Sinn für Maßstäbe und auch Abstände. Mit Sinn für das Gleichartige und die Resonanz der Überzeugungen. Mit Sinn für das Eigene oder Eigenständige, wenn es denn wächst.

Die Büchersammlung, die Novalis meint, ist die Sammlung von Fragmenten eines wirklichen Buches der Erde, die, geordnet und sortiert und gleichzeitig einander zugeordnet und auf einander verweisend, das hier (auf der Erde) eben größtmögliche Bild des kosmischen Panoramas zeigt in größtmöglicher Genauigkeit und Tiefen(und Höhen-)(un)schärfe.

Natürlich ist dieses wunderbare Gesamtwerk auch wieder nur Fragment und nicht der letzte Schluss aller Dinge, jedoch ein Fragment, dass groß (im doppelten Wortsinn) genug ist, um unseren Platz im kosmischen Leben auszumachen und ihn je nach gewählter Orientierung auszufüllen. Das ist der einzulösende Anspruch.

Alle der Wirklichkeit (im tieferen Sinne) verpflichteten Denkenden, Schreibenden, Handelnden, Kreativen wirken mit an diesem „einen“ Buch (der Bücher), das zur Hand sein soll denjenigen, die wirklich verstehen wollen, wer sie sind und was sie zu tun haben.

Dass dabei die Künste und die Wissensschaffungen (um das heruntergekommene Wort „Wissenschaft“, die ja leider oft besser „Wissenschuft“ heißen sollte, hier zu vermeiden) Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig brauchen, ergänzen und inspirieren, versteht sich von selbst, gerade für diejenigen, die beide Daseinsmodi verkörpern und lebendig zum Ausdruck bringen.

„An die Geschichte verweise ich Euch, forscht in ihrem belehrenden Zusammenhang, nach ähnlichen Zeitpunkten, und lernt den Zauberstab der Analogie gebrauchen.“ Novalis

Das lässt sich individuell anwenden auf den eigenen Werdegang durch die Verkörperungen als Mensch, das lässt sich auch auf die wirkliche Geschichte der Menschheit (im Sinne einer Geschichte der Wirklichkeit) anwenden – und von ferne ahnt man in Novalis´Worten die sicher nur unbewusste Ahnung vom Rhythmus des Gesetzes der Schöpfung im Sinne von Helmut Friedrich Krause, die man Novalis zutrauen darf als einem, der das musikalische Prinzip in den Erscheinungen immer wieder angesprochen und vor Augen geführt hat.

 

Rabindranath_Tagore

Der weltberühmte Dichter (und vielseitige Künstler):

„Doch es ist eine Sünde, den Glauben an den Menschen zu verlieren; diesen Glauben werde ich bis zuletzt retten.“

Tagore

Wo eigenes Denken nicht von Furcht geprägt ist,
und man erhobenen Hauptes sich bewegt;
Wo die Welt  nicht zerspalten ist durch enge, selbstgesetzte Mauern;
Wo Worte aus der Tiefe der Wahrheit kommen;
Wo rastloses Streben die Arme ausstreckt nach der Vollkommenheit;
Wo der klare Strom vernünftigen Denkens noch nicht versandet ist in der öden Wüste lebloser Gewohnheit;
Wo der menschliche Geist, von Dir geleitet, den Rahmen des  Denkens und Handelns ständig erweitert –
Zu diesem Himmel der Freiheit, mein Vater, erwecke und führe mein Land.

aus: Gitanjali, 1913

 

http://www.nonviolent-resistance.info

 

Helmut Friedrich Krause

Am 13. Juni jährt sich der Geburtstag von Helmut Friedrich Krause zum 112. Mal.

Warum wir der Redlichkeit des Autors des „Regenbogens“ und seiner Botschaft Vertrauen entgegenbringen können und sollten ?

Was wissen wir über Helmut Friedrich Krause und seine Arbeitsweise ?
  • er verfügte über ein breites geisteswissenschaftliches und naturwissenschaftliches Wissen und über eine ausgeprägte Rationalität
  • Grundlage seiner Schriften war lebenslanges, selbständiges Forschen
  • der „Tonfall“ seines Schreibens ist bestimmt ohne ein irgendwie geartetes Großtun mit (seinen) Fähigkeiten zuzulassen, ein Aufruf zur „Nachfolge“ fehlt
  • Gegner erfahren keine persönliche Herabsetzung, wenngleich Urteile gefällt werden
  • er nimmt eine klare Abgrenzung der geistigen Schauungen von der Möglichkeit rationaler Nachprüfung ohne Herabsetzung von Rationalität als solcher vor
  • er bemüht sich um eine widerspruchsfreie Darstellung einer Gesamttheorie, ja eines bis dato in dieser Dimension und Ausgeprägtheit unbekannten Panoramas, welche in sich trotz der komplexen Themen mit möglichster Einfachheit daherkomment: im Prinzip kann das erstmal jeder verstehen und aufnehmen (, der überhaupt will)
  • ein wissender Rückgriff auf Traditionen ermöglicht großräumige Einordnungen und die Schilderung weitreichende Zusammenhänge und erleichtert in Teilen eine Art Verifikation zumindest der allgemeineren naturphilosophischen Aussagen
  • die oftmalige Überarbeitung der Schriften – Helmut Friedrich Krause hat es sich alles andere als leicht gemacht
  • man könnte diese Liste fortsetzen

Wenn man sich nun der Lektüre des „Regenbogen“ befleißigt, kann man ganz sicher zu verschiedenen Haltungen kommen – von schroffer Ablehnung, über ein tolerantes Gewährenlassen bis zu immer wieder staunender Neugier und Anhängerschaft (im Sinne eines reflektierten Mitgehens und Erst-einmal-Hinnehmens und Für-möglich-Haltens von dargebotenen Informationen und Leitlinien).

In jedem Fall verdient es eine Persönlichkeit mit solch durchgearbeitetem Werk, unvoreingenommen wahrgenommen zu werden, gehört zu werden.

Andere Motive als das Überbringen einer Botschaft habe ich bei wiederholter Lektüre nicht feststellen können.

 

Für Georg Philipp Friedrich von Hardenberg

Die Beschäftigung mit den als „Fragmenten“ bekannten Gedanken und Ideen von Novalis ist für mich interessant und fruchtbar; natürlich findet man unter ihnen auch „Rohsteine“ und „Abfall“, der eben im Steinbruch des (Zeit)Geistes anfällt bei der Herausarbeitung der angestrebten und gemeinten Form. Des ungeachtet sind anerkanntermaßen auch viele „Edelsteine“ und „Vollkommen-Geschliffenes“ dabei, die in der Geschichte der allgemeinen Wahrheitsfindung (um das mißverständliche Wort `Philosophie`hier zu vermeiden) ihren ganz eigenen Platz haben.

Hier ein kleiner Text von mir zum Wert des Fragmentes allgemein als Übung und zu Ehren des von Hardenberg, natürlich in der „Form eines Fragmentes“, welches die inhaltlichen Anreger des Textes – außer Novalis selbst – nicht unerwähnt lässt:

„Nun ist das Fragment nicht nur Teil von etwas unsichtbarem oder nicht mehr sichtbarem Größeren, auf das es Bezug nimmt, ohne dies explizit mitzuteilen, das ist es tatsächlich, sondern auch generelle Metapher auf die verfassende und die betrachtende Person und das Persönliche allgemein im Verhältnis zur Wesensganzheit.
Insofern bezeichnet es eine endliche Unendlichkeit oder – diskrete Unauslotbarkeit (Kirchhoff), in der das unendliche Ganze immer vollständig anwesend ist (Bruno).
Ganz sicher braucht man, um dies erfassen und erleben zu können, eine umfassende Idee vom Ganzen und seiner größeren Gestaltung (Krause, Bruno, Kirchhoff), deren Repräsentant das Fragment – im besten Fall – darstellt.
Es stellt den Betrachter vor eine Aufgabe, vor eine Frage, der sich dieser kaum entziehen kann und soll. Daher ist das Fragment oft auch ein Frag-ment oder eine These und harrt der höheren Meditation des Betrachters und der wünschenswerten Bestätigung (oder Verwerfung) durch echte Theoria: was und wie ist das Teil in Bezug zum Ganzen und wodurch (und „woher-wohin“ und wofür).
Die Vermeidung eines zu Recht befürchtbaren frivolen Beigeschmackes (Schelling) durch ein nur oberflächliches – und damit falsches – Berühren der geistigen Gegenstände gelingt dem Verfasser des Fragmentes nur durch quasipoetische Intensität und unabweisbare Ernsthaftigkeit, deren höchste Auszeichnung das Gelingen von unnachahmlicher, authentischer, schwerwiegender Leichtigkeit ist, die dem Betrachter Momente des Kontaktes zum je eigenen Genius ermöglichen und bereiten, voausgesetzt, dieser ist zu Mitarbeit am Sinn des Fragmentes bereit und befähigt, zu Mitarbeit an sich selbst als Fragment und sich selbst als Ganzes.“
Uli Fischer